Induzierte Laktation

Induzierte Laktation lautet der wissenschaftliche Begriff für Stillen ohne eine vorausgegangene Schwangerschaft. Was unglaublich klingt, ist aber möglich: Jede Frau kann stillen. Egal, ob sie schwanger war oder nicht.

Der Grund: Jede Frau hat in ihrer Brust Milchdrüsengewebe. In der Schwangerschaft wird dieses Gewebe schon hormonell auf das Stillen vorbereitet und die Mutter kann daher direkt ihr Kind an die Brust legen und ihm Milch geben. Aber auch die Stimulation der Brustwarze durch das Baby bewirkt, dass die Frau das Hormon Prolaktin bildet und Milch produziert.

In der Schwangerschaft nimmt die Brust an Größe zu, da das Gewebe für die Milchbildung seine Funktion der Milchbildung übernimmt. Dies wird von Hormonen gesteuert, die aufgrund der bestehenden Schwangerschaft vorhanden sind.

Bei einer induzierten Laktation, wird eine Milchbildung ohne Schwangerschaft und Hormongabe in die Wege geleitet. Ihr fragt Euch sicherlich, wie das möglich ist? Über die mechanische Stimulation der Brust, die 4-6-mal täglich für 10-20 Minuten erfolgen sollte. Das kann mit einer manuellen oder auch elektrischen Milchpumpe erfolgen, mit der Hand oder durch das Saugen des Partners an der Brust. Es ist also zeitaufwendig und bis eine etablierte Milchbildung erreicht ist, kann viel Zeit vergehen.

Jetzt fragt Ihr Euch sicher, wozu eine Frau, die nicht schwanger ist, in die Milchbildung kommen will?

Da gibt es unterschiedliche Gründe

Adoptivmütter
Kosmetische Gründe, wie z.B. Zunahme des Volumens
Gesundheitliche Gründe, wie z.B. Brustkrebs vorzubeugen
Erotische Gründe (Fetisch)
Psychische Gründe

Die Milchmenge bei Frauen mit induzierter Laktation fällt mitunter geringer aus, als bei stillenden Müttern.

Warum können alle Frauen stillen?

Das hat evolutionäre Gründe. Früher, als es noch kein Milchpulver gab, war es für das Überleben eines Babys wichtig, dass auch fremde Frauen es füttern konnten. Die Müttersterblichkeit war deutlich höher als heute.

Warum ist Stillen so gut?
Mutter und Baby profitieren vom Stillen: Das Risiko für Infektionskrankheiten, Allergien und Asthma sinkt beim gestillten Kind. Bei der Mutter kann das Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs gesenkt werden.

Wenn es aber nicht klappt mit dem Stillen, sollten sich die Frauen keine Vorwürfe machen: Die heutige Babynahrung ist so ausgewogen, dass die Babys gesund aufwachsen.